geschrieben von Norman

An diesem Wochenende stand für den Capitano und mich ein ganz besonderes Event an. Wir wollten uns Mal ein wenig mit der Konkurrenz außerhalb von Brandenburg und Berlin beschäftigen. Deswegen dachten wir uns am Anfang des Jahres, wir melden uns bei dem größten Einzelzeitfahren Europas an.

Freitag, den 20.09.2019, war es dann soweit und wir machten uns mit unserem Teambus auf  den Weg in das gleich um die Ecke liegende Österreich (670 km). Natürlich waren die Sport Azubis auf der acht Stunden Fahrt bestens ausgestattet mit Thrombose-Strümpfen und genug sportlicher Ernährung.

Gegen 18:30 Uhr waren wir dann an unserem Zielpunkt angekommen, um unsere Startunterlagen zu empfangen, und wenigstens einmal vorher die Strecke mit dem Auto abzufahren. Zum Glück sind wir mit dem Auto gefahren, da es komischerweise in Österreich des Öfteren so ein paar Wellen in den Straßen gibt. Wir stellten also fest, dass dieses Einzelzeitfahren nicht nur unser längstes mit 47,2 Kilometern, sondern auch das Profilreichste wird.

Der Tag des Rennens verlief für uns so entspannt wie noch nie, da wir unsere Unterkunft unmittelbar am Startpunkt hatten. Unsere Startnummern 945 und 987 wurden natürlich so spät gewählt, damit wir das Feld von hinten aufräumen sollten 😉.

Das Rennen vor Ort war gut organisiert und wir freuten uns schon auf eine komplett nur für uns gesperrte Strecke. Mit etwas Aufregung und ungefähr vier Toilettengängen begab ich mich dann zu meinem Start. Da die Startabstände mit 15 Sekunden sehr knapp gewählt wurden, war mein Empfinden auf der Startrampe ein sehr hektisches. Fahrrad schnappen, die vier Treppenstufen hoch, Rad positionieren, einklicken (am besten beide Seiten 😄), 3,2,1…….. LOS

Die Rampe runter und gleich ein kleinen Anstieg, der die Beine schon einmal darauf einstimmen sollte, was hier jetzt ungefähr eine Stunde lang passieren wird. 😁 Wie immer fuhr ich natürlich den Start nicht so wie geplant entspannt an, sondern ließ gleich wieder ca. 1000 Watt auf die Pedale hämmern. Danach fand ich gut in mein Rennen und pendelte mich bei den Wattzahlen ein, die ich mir vornahm. Dies war auch nötig, weil das wellige Profil für uns Flachländer doch etwas gewöhnungsbedürftig war. Mit dem Hintergrund, dass ab der Hälfte der Strecke der noch etwas schwierigere Teil des Rennens folgen sollte, probierte ich mir ein paar Körner zu behalten. Den ersten längeren und steileren Anstieg konnte ich dadurch ganz gut meistern. Vielleicht etwas zu gut! Ab Kilometer 30 wurde es für mich immer schwieriger, meine Zielsetzung (Wattzahlen) zu erfüllen und durch das wellige Profil brannten zunehmend immer mehr die Beine. Als dann irgendwann ein lächelndes Smiley mir die letzten fünf Kilometer signalisierte, konnte ich mich noch mal sammeln und auch die letzten steilen, kurzen Anstiege ordentlich hinaufdrücken. Auch wenn ich völlig im Eimer war, behielt ich in der letzten gefährlichen Kurve den Überblick. Diese konnte ich noch mal gut ausfahren und den Schwung für den, „naja, nennen wie es Mal Zielsprint 🤪“ mitnehmen.

Überglücklich nach 47,2 Kilometern im Ziel angekommen zu sein, belegten wir die Gesamtplätze 50 (Ich mit 43,9 km/h) und 54 (Capitano 43,7 km/h) und entschlossen uns dazu, dass wir uns dieses Event nächstes Jahr wieder antun wollen. Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung, wobei wir uns über eine kleine Teilnahmemedaille und über eine etwas imposantere After Event Party gefreut hätten. Danke nochmal an die zahlreichen Streckenposten sowie die Menschen, die uns Radfahrer vom Rand aus unterstützten.  In diesem Sinne verabschieden wir uns beide nach einer erfolgreichen Saison in die Rennpause.